Christopher Judge hat bei einer Signierstunde auf der kanadischen Fan Expo einen kleinen, aber wirkungsvollen Tease zur Zukunft von Sony Santa Monica geliefert. Der Schauspieler, der Kratos seit dem Reboot von 2018 spricht, sagte sinngemäß, Fans würden wahrscheinlich im “late summer” hören, woran das Studio arbeite. Das ist noch keine Ankündigung, aber es ist genug, um die Spekulationen über das nächste größere God-of-War-Projekt wieder sichtbar anzuschieben.

Das Wichtigste zuerst: Judge soll laut diesem Auftritt nicht in den angekündigten Remakes der ursprünglichen God-of-War-Trilogie zu hören sein. Für diese Neuauflagen kehrt offenbar TC Carson zurück, also die ursprüngliche Stimme des Kratos aus der griechischen Ära. Das ist als Entscheidung nachvollziehbar, weil die Remakes erkennbar näher an der alten Inkarnation der Reihe bleiben sollen, während Judge klar mit der moderneren, ruhigeren PS4/PS5-Version der Figur verbunden ist.

Spannender ist deshalb, was zwischen den Zeilen mitschwang. Auf die Frage nach seiner Zukunft bei Sony Santa Monica antwortete Judge, dass man “probably late summer” hören werde, woran das Team arbeite. Die Formulierung bleibt naturgemäß offen. Es könnte um ein direktes Nachfolgeprojekt zu God of War Ragnarök gehen, um eine andere Form von Spin-off oder schlicht um einen sehr frühen Produktionsstand, der erst später öffentlich werden soll. Klar ist nur: Judge hat keinen völlig ungerichteten Halbsatz abgegeben, sondern einen Zeitraum genannt, der nach geplanter Kommunikation klingt.

Der Tease passt auch zu früheren Branchenhinweisen. Jason Schreier hatte bereits angedeutet, dass Sony Santa Monica an einem Projekt arbeite, das kein komplett neues IP sei, sich aber in Teilen trotzdem frisch anfühlen könne. Parallel kursierten Hinweise, dass das Studio zusätzlich an etwas arbeitet, das nicht unmittelbar nach klassischem God-of-War-Comfort-Food aussieht. Für die Einordnung ist das relevant, weil es zwei Lesarten offenlässt: entweder eine echte Fortsetzung mit neuem Fokus oder ein Projekt, das die Marke spürbar verschiebt.

Rückblickend ist genau das inzwischen interessanter geworden, weil Sony seine Sommerkommunikation 2026 deutlich sichtbarer gebündelt hat. Unser späterer Blick auf das State of Play im Juni 2026 und die darauffolgende Ankündigung von God of War Laufey zeigen ziemlich klar, wie Santa Monica und PlayStation Prestige-Marken heute staffeln: erst diffuse Erwartung, dann ein offizieller Showcase-Moment mit neuem Serienwinkel. Genau deshalb wirkt Judges damaliger Sommer-Tease im Nachhinein weniger wie Fan-Service und stärker wie ein früher Marker für die spätere Pipeline.

Die spannendere Frage war und ist also nicht, ob Sony Santa Monica weiter an God of War arbeitet, sondern in welcher Form. Bleibt Kratos der klare Mittelpunkt, oder verschiebt sich die Reihe stärker über andere Perspektiven und Mythologien? Gerade mit dem später angekündigten Laufey-Projekt wurde sichtbar, dass Sony bereit ist, die Marke nicht nur fortzusetzen, sondern auch bewusst neu zu rahmen.

Für Leser, die Sonys größere PS5-Strategie im selben Zeitraum verfolgen wollen, lohnt auch der Vergleich mit Marvel’s Wolverine im Herbstfenster 2026 und dem generellen Juni-Showcase-Kontext. Dort wird sichtbar, wie First-Party-Projekte, Servicesignale und spätere Releasetakte ineinandergreifen.

Meine Einschätzung: Christopher Judge klang damals nicht wie jemand, der frei improvisiert. Der konkrete Sommerzeitraum sprach eher dafür, dass intern bereits mit einem späteren Kommunikationsfenster gerechnet wurde. Im Rückblick hat sich genau das als plausible Lesart erwiesen.

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Quelle: Kratos actor says he’s skipping the God of War remakes, but suggests news on the series’ future coming “late summer”